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Sechseläuten

Bildquelle: pexels

Heute wird in Zürich das Sechseläutenfest gefeiert. Der Name des Festes erinnert daran, dass die zweitgrösste Glocke des Grossmünsters im 16. Jh. im Sommerhalbjahr jeweils um 18 Uhr den Feierabend eingeläutet hat. Im Winterhalbjahr war nämlich schon um 17.30 Uhr Arbeitsschluss.

Die Kirchenglocken strukturierten somit die Zeit. Heute ist das ganz anders: Wir alle tragen Uhren oder schauen kurz auf das Display des Smartphones, um die Uhrzeit zu erfahren. Kaum mehr kommen wir auf die Idee, an eine Kirchturmuhr zu schauen. Wir müssen es auch nicht, dennoch ist der Gedanke doch schön: Die Glocken, die uns rufen und erinnern – sie sind auch etwas, das uns Menschen verbindet.

Feierabend heisst: Zeit für etwas anderes als Arbeit. Für das Private. Für Begegnungen. Für gemeinsames Essen. Oder für einen Spaziergang, ein Jogging, bei dem man den Tag innerlich abschliesst.

Feierabend kann auch Zeit sein, um Gott zu danken. Nicht, weil alles gut war, sondern weil der Tag getragen war. Danken lässt das Vertrauen in Gott wachsen. Es verlagert das Gewicht weg von dem, was wir an diesem Tag leisten mussten, hin zu dem, was uns geschenkt wurde.

Und ist es nicht ein verbindender Gedanke, dass immer irgendwo auf der Welt Feierabend ist und es Menschen gibt, die Gott für den Tag danken? Ein Gebet, das die Welt ununterbrochen und unaufhörlich umkreist, solange es Menschen gibt, die an Gott glauben. Und jede/r Einzelne von uns ist wichtig: an dem Ort auf dieser Erde, an dem wir leben, arbeiten und eben Feierabend machen und unser Herz Gott zuwenden. Gott, der Ewige, der ausserhalb von Zeit und Raum ist – und für den jede/r Einzelne von uns wichtig ist. (ve)