Solidarität als gesellschaftlicher Kitt (Gast-Wegwort Nr. 2)

Anfang Sommer konnte ich als neue Sozialvorsteherin der Stadt Zürich ein Angebot des Sozialdepartements eröffnen, das mir sehr am Herzen liegt: den neuen Frauentreff mitten im Kreis 4.

Der neue Treff richtet sich an Frauen, die von Armut, Wohnungs- oder Obdachlosigkeit und oft auch von Sucht betroffen und psychisch belastet sind. Sie finden im neuen Treff Unterstützung, ein offenes Ohr für ihre Nöte und Anliegen und sie können sich mit anderen Frauen in einem geschützten Rahmen austauschen.

Mit anderen Worten: Sie erfahren Aufmerksamkeit, Zuwendung und Solidarität. Und anstatt sich allein und allein gelassen zu fühlen, können sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Bildlegende: www.stadt-zuerich.ch

Deshalb ist der Frauentreff für mich ein schönes Beispiel dafür, wie unsere (Für-)Sorge für benachteiligte Menschen und unsere Solidarität mit ihnen den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärken.

Denn nur wenn wir solidarisch sind und niemanden ausgrenzen – etwa Geflüchtete, Drogenkonsumierende oder Armutsbetroffene – sind wir eine Stadt Zürich und eine Schweiz, in der alle einen Platz haben und die sich durch Vielfalt auszeichnen.

Den Auftrag dazu finden wir in keinem geringeren Text als der Präambel unserer Bundesverfassung. Dort heisst es, «dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen».

Wenn wir diese Aufforderung zur Solidarität ernst nehmen und sie als Maxime für unser politisches, aber auch unser alltägliches Handeln beherzigen, dann sind wir tatsächlich ein Land, das zusammenhält und niemanden zurücklässt.

Stadträtin Céline Widmer
Vorsteherin Sozialdepartement Stadt Zürich