Super-Mond
Heute Abend können wir – sollte uns ein wolkenfreier Himmel vergönnt sein – einen Super-Vollmond beobachten. Das liegt daran, dass der November-Vollmond rund 27400 km näher an der Erde ist als im Durchschnitt, was dazu führt, dass er nicht nur wesentlich grösser, sondern vor allem auch deutlich heller erscheint. Besonders die ersten Minuten nach Mondaufgang sind magisch: wenn der Mond am Horizont steht, sieht er einfach unfassbar schön aus, gross und strahlend. Mir persönlich gehen derartige Ereignisse am Nachthimmel immer ziemlich nahe. Sie lassen mich wieder staunen über die Dinge, die mir alltäglich geworden sind und für die ich meinen Blick verloren habe.
Vielleicht hat der Beter aus Psalm 19 auch staunend in den Nachthimmel geblickt und ähnliches empfunden. Da heisst es: Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament kündet das Werk seiner Hände. (Psalm 19,2) Wenn der Mond heute Abend sein friedliches Licht über die Erde legt, vielleicht spüre ich dann wieder eine leise Dankbarkeit, Teil der Schöpfung Gottes zu sein. Es ist doch ein Wunder, dass es uns Menschen gibt!
Alles, was mich beschäftigt, tritt zurück, wenn ich beobachte, wie der Mond aufgeht. Und für einen Moment spüre ich klar: Ich bin Teil von etwas, das so viel grösser ist als ich. Wenn ich dem Gefühl einen Namen geben müsste, wäre es vermutlich Demut. Das bedeutet nicht, sich klein zu fühlen, sondern die eigene Begrenztheit anzunehmen, ohne sie zu fürchten. Vielleicht ist es genau diese Haltung, aus der noch mehr wächst. Dankbarkeit dafür, dass Gott mich in diese Welt gestellt hat. Dankbarkeit dafür, dass nichts selbstverständlich, sondern alles Geschenk ist. Das Licht, die Dunkelheit, mein Atem, die Nacht, der neue Tag.
