Tag des Kaffees
Haben Sie heute früh schon eine Tasse Kaffee genossen? Damit dürften Sie nicht alleine sein. Im Schnitt trinken die Schweizerinnen und Schweizer nämlich zwei Tassen davon pro Tag. In der dampfenden Tasse steckt dabei jede Menge: Kaffee macht uns nicht nur wacher und kurbelt unsere Leistungsfähigkeit an. Nein, er ist darüber hinaus ein stiller Begleiter unserer Erholungspausen, unserer Gespräche mit anderen, unserer Gedanken, unserer Stille.
Kaffee bringt die Verbundenheit zwischen uns Menschen zum Ausdruck. Die Bohne wächst in fernen Ländern, reift in der Sonne, wird mit Sorgfalt geerntet und überall auf der Welt verarbeitet. Viele Hände arbeiten daran. Viele Menschen, deren Mühe oft im Verborgenen bleibt. Am Tag des Kaffees sind wir eingeladen, auch an sie zu denken und ihnen für ihre Arbeit zu danken und uns bestenfalls zu fragen: Unter welchen Bedingungen wird eigentlich mein Kaffee angebaut? Werden die Produzentinnen und Produzenten gerecht bezahlt? Können sie von ihrer Arbeit leben?
Denn jede Tasse erinnert uns daran: Wir sind miteinander verbunden, über Länder und Kontinente hinweg, durch Gottes gute Schöpfung, durch Arbeit, Handel, Verantwortung und im Genuss. Verbunden mit den Menschen in unserer Nähe, aber auch mit jenen, die weit von uns entfernt leben. Diese Verbundenheit wird besonders dann spürbar, wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen, uns Zeit nehmen füreinander, einander zuhören mit einer Tasse Kaffee in der Hand. In diesen einfachen Momenten entsteht Gemeinschaft. Deshalb kann es nur in unserem Interesse liegen, dass niemand für unseren Kaffee leiden muss. Apostel Paulus schrieb an die christliche Gemeinde in Korinth: «Wenn (…) ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle Glieder mit.» (1 Kor 12,26) Wir gehören zusammen, als Menschheitsfamilie. Diese Erkenntnis kann bei einem Schluck Kaffee beginnen und hat die Kraft, unsere Welt zu verändern.
