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Kraft des Bildes, Kraft des Glaubens

Zwei Fotos, beide über vier Jahre alt. Das erste Foto: In einem prunkvollen Saal, am Ende eines sehr langen weissen Marmortischs sitzt ein älterer Mann im dunklen Anzug. Das zweite Foto ist ein Selfie: von einem unrasierten jüngeren Mann im olivgrünen Pulli, draussen in einer Stadt.

Erinnern Sie sich an diese Bilder? Im Palastsaal, sehr distanziert, der imperiale Herrscher Putin. Draussen der zupackende Mann des Volkes, Selenski.

Beide wissen: Kriege sind immer auch Kriege der Bilder. Beide nutzen die Kraft des Bildes, um sich öffentlich zu inszenieren.

Auch Jesus hat sich öffentlich inszeniert, ein einziges Mal. Der Palmsonntag erinnert daran.

Jesus wusste: Die Menschen hoffen auf den Messias, der allen Völkern Frieden bringt.

Ein Prophet hatte gesagt: Der Messias zieht auf einem Esel in Jerusalem ein.

Genau so inszeniert sich Jesus. Die Kraft des Bildes wirkt sofort. Die Menschen in Jerusalem erkennen, was Jesus inszeniert. Sie jubeln: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höh!»

Wo stehst Du am Palmsonntag?

In der jubelnden Volksmenge? Weil Du auf den Frieden hoffst? Und dann enttäuscht bist, wenn das Unheil kommt?

Oder meidest Du jubelnde Volksmengen? Und dann, wenn das Unheil kommt, sagst Du, so komme es halt?

Oder gehörst Du zu diesem Reiter auf dem Esel? Dieser Reiter zeigt, dass der Glauben stärker ist als alles Unheil dieser Welt. Er zeigt die Hoffnung über diese Welt hinaus. Er vollendet die Liebe mit seiner Hingabe. Er zeigt: Sein Reich ist nicht von dieser Welt. Und darum ganz und gar für diese Welt – für alle Menschen.

Es kommt ein Reich auf uns zu. Unbesiegbar. Unaufhaltsam. Mit Eselsschritten. Wer das glaubt, erfährt: Dieses Reich verwickelt sich heilsam mit allem Unheil, das in dieser Welt auf uns zukommt.

Wer das glaubt, kann beten und danken: «Hosanna, hilf doch! Hosanna in der Höh!»

Bildquelle: Wikipedia