Von Zeiten und Gegensätzen

Als Februar-Lektüre wähle ich die Schrift des namenlosen Predigers im Alten Testament. Der Prediger schreibt: Für alles gibt es eine Stunde, und Zeit gibt es für jedes Vorhaben unter dem Himmel: Zeit zum Geborenwerden und Zeit zum Sterben, Zeit zum Pflanzen und Zeit zum Ausreissen des Gepflanzten, Zeit zum Einreissen und Zeit zum Aufbauen, Zeit zum Weinen und Zeit zum Lachen … (Prediger 3, aus 1-4)

Der Prediger zeigt: Jedes Leben ist voller Gegensätze. Doch all diese Gegensätze machen das Leben nicht widersprüchlich. Im Leben hat alles Platz. Nichts schliesst sich aus. Für alle Gegensätze gibt es im Leben eine Zeit.

Vielleicht wird Ihnen manchmal bewusst: Sie werden im Leben nicht nur hin- und hergeworfen – von einem Gegensatz zum anderen.

Vielleicht spüren Sie manchmal hinter all diesen Gegensätzen eine Bewegung, einen Ablauf, einen Weg.

Wenn der Weg dunkel oder mühsam ist, spüren Sie das wohl weniger. Doch dann wissen Sie aus Erfahrung: Auch diese Zeit geht vorbei. Es kommt wieder eine andere Zeit.

Was mich beeindruckt: Der Prediger wertet nicht. Er sagt nicht, was von den Gegensätzen gut ist und was schlecht. Weil alle Gegensätze zum Leben gehören.

Gegensätze machen das Leben nicht einfach. Doch alle Gegensätze zusammen machen ein Leben vollkommen. Ein Leben kann nur vollkommen werden. Weil jedes Leben ein Geschenk ist von Gott.