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Wahrheit tun

Bildquelle: pexels

Im heutigen Tagesevangelium spricht Jesus von der Wahrheit: «Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht (…)» (Joh 3, 21). Es fällt auf, dass er vom die Wahrheit Tun spricht, nicht vom Reden. Wir denken doch oft, Wahrheit sei etwas, das man erkennt, besitzt oder verteidigt. Jedenfalls etwas Gedankliches. Etwas, das man formuliert. Doch das Evangelium dreht die Perspektive leise: Wahrheit kann auch getan werden.

Das mag entlastend sein. Denn es heisst nicht: Versteh alles. Durchdringe alles. Kläre alles. Sondern: Geh einen Schritt. Handle stimmig. Sei aufrichtig im Kleinen. Wahrheit geschieht also zumindest auch im Tun. In einer ehrlichen Antwort. In einem Moment, in dem man sich mich nicht verstellt. In einer Entscheidung, in die man die Frage nach Gottes Willen einbezogen hat. In einer liebenden Geste einem anderen Menschen gegenüber. Im nicht negativ Reden über Andere und deren Tun und Lassen. Darin liegt doch bereits Licht.

Wir neigen dazu, uns auf das Negative zu fixieren. Auf das Unklare, das Schwierige. Das, was nicht stimmt in uns oder um uns. Wir kreisen darum, analysieren, verhärten uns manchmal darin – als müssten wir erst alles Dunkle ausleuchten, bevor wir leben dürfen.

Doch das Evangelium sagt nicht: Ergründe das Dunkle. Es sagt: Komm zum Licht. Zum Licht kommen heisst: Mich dorthin wenden, wo es weiter wird, wo es hell wird, licht. Mich verbinden mit dem, der die Wahrheit ist: «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben (…)» (Joh 14,6): betend und handelnd. (ve)