Warten auf das Christkind?
Advent bedeutet in der ganzen Kirchengeschichte: Warten auf etwas, das kommen wird.
So warten viele Menschen auf Weihnachten. Sie hoffen auf das Christkind. Seit dem ersten Advent – oder schon länger.
Als kleines Mädchen habe ich es nicht verstanden: Warum müssen wir warten auf das Jesuskind – alle Jahre wieder? Warum sollte ausgerechnet Jesus immer wieder in der Krippe liegen – stets pünktlich am Heiligen Abend?
Was ich als kleines Mädchen nicht verstanden habe, kann ich heute begründen: Das Jesuskind kommt nicht alle Jahre wieder auf die Welt. Auch nicht dieses Jahr.
Das zeigt schon der uralte Adventstext von Jesaja (9,1): Das Volk, das in der Finsternis geht, hat ein grosses Licht gesehen; die im Land tiefsten Dunkels leben, über ihnen ist ein Licht aufgestrahlt.
Jesaja prophezeite, was das Leben und Wirken Jesu belegt: Weihnachten ist ein einziges Mal geschehen. Damals, vor über 2000 Jahren.
Seither müssen wir nicht mehr warten auf Weihnachten. Wir müssen nicht mehr hoffen auf das Christkind. Nicht im Advent. Nicht an irgendeinem Tag.
Jesus ist zu uns gekommen. Als Licht der Welt. Damals. Um bei uns zu bleiben. Als Jesus Christus.
Dieses Licht bleibt bei allen Menschen. Auch bei Menschen, die im Dunkeln leben. Besonders bei ihnen bleibt Jesus Christus. Damals und heute.
Das zeigt auch die Krippe in der Bahnhofkirche. Inmitten von Schlagzeilen und schlimmen Nachrichten. Jesus Christus ist da. Als Licht in unserer Welt. In den Slums von Manila. Im Zürcher Hauptbahnhof. Und näher als wir uns selbst nah sind.
