Was uns zusammenhält (Einführung Gastwegworte September 2027)

In der Welt ist es selten nur schwarz oder weiss. Dennoch verhalten wir uns oft so, als wüssten wir genau, was richtig ist oder falsch, wer gut oder böse ist und vor allem, wie das alles zusammenhängt. Die Möglichkeiten der digitalen Medien, besonders der Sozialen Medien und der Künstlichen Intelligenz, die die ganze Wirklichkeit in «0» und «1» abbilden, versichern uns in unseren Urteilen. Dabei geht oft der Graubereich verloren, das dazwischen, die Spannungen und Unschärfen, die das Leben aufregend und abwechslungsreich machen. Immer öfter finden wir uns auf der einen Seite eines grossen Grabens vor, der uns von anderen Menschen ganz trennt. Wo bleibt also das Gemeinsame, das, was uns verbindet?

Bild: Banana2/Google Gemini

Polarisierung ist etwas, was viele von uns blockiert und beängstigt. Der Weg aus der Polarisierung führt zunächst darüber, dass unterschiedliche Meinungen und Stimmen hörbar werden und dass wir Menschen ausreden lassen und gut zuhören. Die vereisten Meinungen und Vorurteile, die Pole gilt es abzuschmelzen, die Gesellschaft muss wieder flüssig und beweglich werden. Dazu braucht es auch ein Verständnis für Herzlichkeit: jeder Mensch hat ein Herz, das nicht nur Blut in den Körper pumpt, sondern auch Ideen, Willenskraft und Wärme ausstrahlt. Können wir einander hinter den «0» und «1» wieder als Menschen begegnen?

Diesen September laden wir in der Bahnhofkirche vier Persönlichkeiten aus der lokalen Politik zu einem Gastwegwort ein. Sie werden jeweils am Freitag schreiben, was ihrer Meinung nach die Schweiz und unsere Gesellschaft noch zusammenhält. Wir haben bewusst Vertretende unterschiedlicher Parteien darum gebeten, zu beschreiben, wie sie Gemeinsames und Verbindendes sehen und was ihr Beitrag zum Abschmelzen der Polarisierung ist. (cw)