Wer möchte ich gewesen sein?

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Es gibt Fragen, die nicht in die Vergangenheit führen, sondern nach vorne. Nicht: Warum bin ich geworden, wie ich bin? Sondern: Wer möchte ich am Ende meines Lebens gewesen sein?

In der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) war vor ein paar Wochen ein interessanter Artikel zu diesem Thema. Wir könnten unser Zukunfts-Ich befragen: Worauf werde ich gerne zurückblicken? Welche Erinnerungen werde ich erzählen? Welche Menschen sollen darin vorkommen? Worauf werde ich stolz sein?

Solche Fragen könnten den heutigen Tag verändern. Plötzlich geht es weniger darum, möglichst beschäftigt zu sein, und mehr darum, das Wesentlichen nicht zu verpassen. Vielleicht wird eine Begegnung wichtiger als ein Termin. Ein versöhnliches Gespräch wichtiger als das letzte Wort zu haben. Zeit mit einem Menschen wertvoller als ein weiterer Erfolg.

Als Christin glaube ich, dass unser Leben nicht mit dem Tod endet. Und dass wir Gott nicht erst am Ende begegnen, sondern dass unser ganzes Leben bereits in der Wirklichkeit der Beziehung mit ihm steht. Welche Fragen ergeben sich denn dann zusätzlich aus dieser Prämisse?

Wo habe ich Gottes Liebe Raum gegeben?

Wo bin ich einem Menschen wirklich zum Nächsten geworden?

Wo habe ich Gottes leiser Stimme ganz im Stillen vertraut?

Der Blick auf das Ende des Lebens macht das Heute nicht schwerer. Es macht es klarer. Denn die Zukunft beginnt nicht irgendwann. Sie beginnt mit den Entscheidungen, die wir heute treffen. (ve)