Weshalb dienst du dem Knecht statt dem Herrn?
Als junger Mann träumt er davon Ritter zu werden. Hoch zu Ross zieht er 1204 in den Krieg gegen eine Nachbarstadt und gerät in Gefangenschaft. Auch als er zwei Jahre später wieder freikommt ist sein Kampfeswille ungebrochen. Er macht sich 1204 erneut auf: Dieses Mal geht es um die Vorherrschaft päpstlicher Truppen in Apulien. Doch auf dem Weg zur Schlacht wird er krank, legt sich hin und träumt.
Im Traum spricht ihn eine geheimnisvolle Stimme an: «Wer kann dir besseres Leben geben, der Herr oder der Knecht?» Der junge Mann antwortet: «der Herr!» Worauf die Stimme fragt: «Weshalb dienst du dann dem Knecht statt dem Herrn?»

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Wenig später zieht der junge Mann sich zurück und schlägt sein reiches Erbe aus. Er wird in der gewaltsamen Zeit der Kreuzzüge einen Dialog zwischen Christen und Muslimen anstimmen und lange ein Leben im Einklang mit Tieren und Pflanzen führen. Nicht wenige schliessen sich seiner bescheidenen Lebensweise an.
Vom möchtegern Ritter zum bescheidenen Friedensstifter – vielleicht ist das eine Anleitung. Unsere Pläne sind manchmal sehr verbissene Träume, deren Konsequenzen wir nicht richtig beurteilen können. Ihr Scheitern erscheint uns wie eine Katastrophe. Aber ist nicht gerade das Scheitern die Chance etwas Wesentliches zu verändern? Der junge Mann hat seine eigene Katastrophe so genutzt. Und er ist damit zum Vorbild für viele geworden. Der Name des jungen Mannes aus Assisi war Franziskus.