What if…?

Zürcher Altstadt (Quelle: pexels)

Wenn ich am Morgen von Zuhause zur Bahnhofkirche laufe, nehme ich jedes Mal einen etwas anderen Weg durch die wunderschöne Altstadt von Zürich. Heute führte er mich an einem ehemaligen Traditionsmodehaus vorbei. Die Schaufenster waren von innen mit einer Folie beklebt. Kein Einblick, kein Angebot. Nur zwei Worte in schwarzen Lettern: What if…? Was wäre, wenn…?

Diese zwei Worte haben etwas Unruhiges. Sie öffnen auch nichts Konkretes. What if…? ist kein Befehl, keine Aufforderung zur Optimierung. Es ist eine Unterbrechung. Ein kleiner Riss im Gewohnten.

Was wäre, wenn wir Menschen wieder mehr auf Gott hören würden? Was wäre, wenn politische Entscheidungen nicht zuerst von Angst, Interessen oder Lautstärke geprägt wären, sondern von der Frage: Dient das dem Frieden? Der Würde des Menschen?

Und ganz konkret: Was wäre, wenn ich heute in meinem Alltag Jesus ernst nähme? Nicht als Idee, sondern als Weg. Wenn ich mein Leben an ihm ausrichten würde – an seiner Art zu sehen, zu handeln, zu lieben. Was wäre, wenn ich ihm zutraute, mir heute zu begegnen:  im Gespräch, in der Stille, im Unterwegssein?

Der christliche Glaube beginnt selten mit Gewissheit. Er beginnt oft mit einer Frage. Maria fragt. Moses fragt. Die Jünger fragen. Was wäre, wenn Gott mir näher ist als gedacht? Was wäre, wenn Nachfolge nicht Leistung ist, sondern Aufmerksamkeit?

Ich gehe weiter. Die Worte bleiben zurück – und gehen doch mit. Wie eine leise Einladung an diesem Morgen: Nicht alles wissen zu müssen. Nicht alles kontrollieren zu wollen. Sondern mein Leben immer wieder neu an Christus auszurichten.